Vincit Omnia Veritas
28.890,00 €
Großer Anhänger des Historismus in der Art von Reinhold Vasters, um 1890
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Description
Die Kunst der Goldschmiede erschafft nicht nur Schmuckstücke zum Gebrauch im Alltag oder ausgesuchten Festen. Besondere Meister ihres Faches gestalten darüber hinaus Kunstwerke aus eigenem Recht, Sammlerstücke ohne direkten Gebrauchszweck, außer der Freude an der Schönheit und Kunstfertigkeit. In Renaissance und Barock schufen die Meister kostbare Schalen, Pokale und Figuren für die Herrscher Europas: Stücke, die Bewunderung hervorrufen sollten. Und auch im 19. Jahrhundert entstanden ganz ähnliche Sammlerstücke, nun jedoch für die reich gewordenen Bürger in Europa und den USA.
Ein solches spektakuläres Sammlerstück liegt hier nun vor, ein Anhänger, doch viel zu groß um ihn am Körper zu tragen. Wir sehen einen Drachen, ein Monster, vielfarbig im Glanz durchsichtigen Emails auf seinem Körper aus Gold. Sein Körper ist geringelt, seine großen Zähne sind gefletscht. Schimmernde Smaragde pendeln an seinem Rücken herab. Auf ihm reitet eine Dame, beinahe unbekleidet bis auf ein wallendes Tuch. Sie schwingt ein Schwert und hält einen Schild aus Diamant. Kein Zweifel besteht: Sie wird das Untier bezwingen.
Der Anhänger ist reich emailliert und mit Perlen, Diamanten und kolumbianischen Smaragden besetzt. Ein großer Smaragd besetzt die Aufhängung am oberen Ende, an dem auch eine kleine Glocke pendelt. So reich die Arbeit ausgestattet ist, so detailliert ist sie zugleich gestaltet. Es ist eine Freude, sich in den zahlreichen Erfindungen des Goldschmiedes zu verlieren – und nicht zuletzt auch die große, schwere Arbeit aus hochkarätigem Gold in der Hand zu spüren.
Die Darstellung gibt Rätsel auf. Wir denken, dass wir hier dem Sieg der Wahrheit über Lüge und Falschheit beiwohnen dürfen. In der antiken Mythologie war Renaissancetaler aus Braunschweig steht sie wie hier siegreich auf Lüge und Verleumdung. Oder handelt es sich um eine Nereide, eine Begleiterin des Poseidon, welche auf Hippokampen reiten?
Schaustücke mit oft ambivalentem Inhalt, die zum Gespräch anregen sollten, entstanden im späten 19. Jahrhundert unter anderem in der Werkstatt von Inv. Nr. 1975.1.1513. Solche allegorischen oder phantastischen Entwürfe waren geradezu eine Spezialität von Vasters.
Das Victoria & Albert Museum in London verwahrt zudem einen besonderen Schatz, eine große Sammlung von Entwurfszeichnungen aus seiner Hand. Hier befinden sich unserem Anhänger ähnliche Entwürfe, vgl. z.B. diese Skizze einer Meereskreatur, Inv. Nr. E.3404-1919
Das Format, die Qualität der Ausführung und nicht zuletzt auch der besondere Inhalt der Darstellung legen nahe, dass der Anhänger im Umkreis von Vasters entstanden ist, sicher für dasselbe Publikum, das auch seine Arbeiten sammelte. Wir datieren ihn daher wie auch die Arbeiten Vasters in das späte 19. Jahrhundert. Entdeckt haben wir den einzigartigen Anhänger in den Niederlanden. Es hat sich erstklassig erhalten und wird in einem antiken Etui geliefert, das für genau diesen Anhänger eingerichtet wurde.
| Material: | Ein natürlicher Smaragd aus Kolumbien im Smaragdschliff, mind. 4,00 ct., 10,5 x 11,2 mm Vier natürliche Smaragde aus Kolumbien im Cabochonschliff, zus. ca. 10,60 ct, 8,0 mm Durchmesser bis max. 7,5 x 10,5 mm Acht Diamanten im Tafelschliff und Rosenschliff, zus. ca. 1,10 ct, Weiß (Wesselton, H) – Getöntes Weiß (Top Cape, K), vsi–si Vier natürliche Perlen, max. 6,5 x 7,5 mm Gold 750/000, entspricht 18 Karat Farbiges Email |
| Stempelungen: | Keine Punzen oder Stempel |
| Größe: | 17,5 cm lang, 10,5 cm breit |
| Gewicht: | 197,5 g |
| Zustand: | Sehr gut, einer der kleineren Smaragde gebrochen und geklebt, minimale Fehlstellen am Email |
| Zertifikat: | Lieferung mit Zertifikat |
| Objekt-Nr.: | 23-1110 |

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